Wie werden Schallplatten hergestellt?

Benötigt wird eine aus Kunststoff beschichtete Metallplatte, die sich in originaler Geschwindigkeit auf dem Plattenteller der Schneidemaschine dreht. Die Musik kommt aus dem Tonstudio, früher als analoges Mastertape heute meist als digitale Aufnahme auf Festplatte oder USB-Stick. Die Aufnahme wird eingelesen, bearbeitet und für den Schneidevorgang vorbereitet und anschließend in Strom verwandelt. Strom fließt zwischen zwei Spulen, zwischen denen sich der Schneidstichel befindet. Dieser bewegt sich gemäß Stereo abwechselnd nach links oder rechts und schreibt die Rillen auf die Metall-Kunststoffplatte, welche ab hier als Lackfolie bezeichnet wird. Um aus ihr Abbilder erzeugen zu können, wird sie mit Silber beschichtet.

Aus der Lackfolie wird aus Nickel ein Abbild erzeugt, dieses ist ein Negativ also enthält Dämme statt Rillen. Mit diesem Abbild ("Vater" genannt) könnte man schon Schallplatten pressen. Aber da sich dieses Abbild beim Pressen von hohen Stückzahlen abnutzt, folgen weitere Schritte zur Vorbereitung. Aus dem "Vater" wird wieder ein Abbild erzeugt, also ein Positiv mit Rillen. Dieses wird "Mutter" genannt und kann abgespielt und auf Fehler überprüft werden. Ist alles in Ordnung, wird daraus wieder ein Abbild, also ein Negativ mit Dämmen gezogen. Das bezeichnet man als "Sohn" und ist die eigentliche Pressmatrize. Ist sie abgenutzt, können nun problemlos Neue hergestellt werden.

Die Pressmatrizen für A- und B-Seite der Schallplatte werden nun in die Pressmaschine eingespannt. Der Grundstoff für das Vinyl ist ein Granulat aus Polyvinylchlorid (PVC), Polyvinylacetat und Farbstoffen. Das Granulat wird in die Pressform der Maschine gegeben und erhitzt und ergibt die Masse für die Schallplatte. Presst man nun mit hohem Druck beide Matrizen auf die Masse, entsteht die Schallplatte.